Vom begehrten Naturstoff zur feinsten Faser
Trotz modernster Technik, die heute unseren hohen Qualitätsstandard sichert, bleibt die Herstellung von Cashmere ein Geschäft, das viel manuellen Einsatz erfordert. Insbesondere bei der Veredelung sind Genauigkeit und ein geschultes Auge gefragt.
In dieser Phase werden die Grundlagen gelegt. Hier, wo nur die reine Cashmere-Faser übrig bleibt, wo Rückstände wie Schmutz, Fett und Oberfell der Ziege sorgfältig entfernt werden, entscheidet der Mensch darüber, wie makellos-perfekt das Endergebnis aussehen wird.
Damit die Wolle überhaupt zur Reinigung zugelassen wird, sind es die Sortiererinnen, die das Cashmere sowohl nach Farbe, aber auch auf mögliche Verunreinigungen prüfen. Zwei Tage später wird sichtbar, wie wichtig diese mühsame Handarbeit ist: Leichter Sprühregen befeuchtet die Luft, damit die zwischen 15,5 und 16,5 Mikrometer dünnen Fasern nicht den Weg in die Atemwege finden. Fein wie Nebel fließt das gereinigte Cashmere aus der Maschine heraus, wo es zuvor sechsmal gekämmt wurde. Wolken ließen sich im Handumdrehen aus dieser weißen, superflauschigen Masse formen. Doch die Mitarbeiterin hat anderes damit vor. Sie entnimmt eine Probe, um im Labor Faserlänge und -dicke zu analysieren und zu überprüfen, ob sie unseren Qualitätsvorgaben entsprechen.
