Zu kostbar, um Fehler zu machen
Verpackt in 60-Kilogramm-Einheiten kommt das Cashmere in der Färberei an, bevor es gesponnen und zu feinsten Strickwaren verarbeitet wird. Ob klassisch oder modern, natur oder neon – der zu treffenden Farbwahl sind keine Grenzen gesetzt. Dafür stehen nicht etwa unzählige Farbbäder bereit. Um die von uns bestellten Töne herzustellen, berechnet der Computer das exakte Mischungsverhältnis aus kolorierten und unbehandelten Fasern.
Im Trockenraum, wo die Farbe über 48 Stunden ihre volle Leuchtkraft entfaltet, ähnelt das Cashmere mehr einem Konfetti-Mix als einer feinen Wolle. Bis erneut die Technik übernimmt und aus den losen Flocken erst eine feine, unifarbene Gaze, dann einen Faden entstehen lässt. Noch hält dieser keiner Belastung stand, doch das ändert sich beim Spinnen. Der Faden wird zu Garn gedreht, das je nach gewünschter Stärke und Reißfestigkeit mit entsprechender Drehhärte gesponnen wird.
Eine Etage weiter oben ist wieder der Mensch am Zug. Den Maschinenlärm ersetzt geschäftiges Treiben mit Nadel und Faden, routiniert werden Produkt-Skizzen zu Zopfmuster umgewandelt, gekettelt und Zierknöpfe angenäht. Jede Bewegung sitzt, die Versuchung ist groß, es selbst einmal auszuprobieren. Doch dann besinnen wir uns eines Besseren – das fertige Produkt einmal in den Händen halten und zu fühlen.
